Grundlagen-Ermittlung
Die Grundlagen-Ermittlung zur Belastungssituation ist eine zentrale vorbereitende Fachbau-Leistung für den Rückbau oder die Sanierung von Gebäuden und technischen Anlagen. Sie liefert die entscheidenden Informationen, um das Rückbau- oder Abbruchmanagement auf mögliche Konflikte und Risiken durch Gefahr- und Schadstoffe hinzuweisen.
Ihre Rolle im Gesamtprozess:
Die Grundlagen-Ermittlung bildet somit eine wichtige Grundlage für alle Planungen und Abläufe des Abbruchmanagements und ist damit auch eine wesentliche Teildisziplin des übergeordneten Rückbaumanagements. Ihre Ergebnisse unterstützen z.B. die Entscheidung, ob die geplanten Abbruchmaßnahmen durch kleinere Sanierungsleistungen ergänzt werden müssen oder ob Umfang, Lage und Art der Schadstoffe eine separate Betrachtung unter Einbeziehung spezialisierter Fachkräfte erforderlich machen (z. B. Fachplaner für Gefahrstoffsanierungen, Entsorgungsfachkräfte, etc.).
Leistungs-Inhalte und Schwerpunkte
Die Kernleistungen der Grundlagen-Ermittlung umfassen insbesondere:
- Bestandsaufnahme und Dokumentation: Aufnahme aller relevanten bzw. auch vorhandenen Bauunterlagen, der maßgeblichen Baujahre, der erfolgten Renovierungs- und Sanierungs-Maßnahmen sowie der historischen Nutzung der Objekte. Sofern hierzu die Unterlagen fehlen oder nicht erreichbar sind, wird versucht, die notwendigen Erkenntnisse durch optische Begutachtungen, ergänzt durch diverse Bauteilsöffnungen zu erreichen (siehe Entwicklung von Untersuchungs-Konzepten).
- Entwicklung von Untersuchungs-Konzepten: Hier erfolgt auf Basis der vorhandenen Informationen oder im Rahmen einer Erstbegehung die Festlegung einer Probenahme-Strategie, von Untersuchungs-Methoden und Stichprobengrößen und -umfang unter Berücksichtigung der Bauart, Nutzung und Sanierungsgeschichte der Anlage sowie gesetzlicher Vorschriften.
- Bauteil-Sichtungen und -öffnungen: Gezielte Öffnungen von Bauteilen, Wänden, Decken oder Installationen zur direkten Inaugenscheinnahme von Materialien und Bauzuständen, als Grundlage für die weitere Sanierungs- und Rückbau-Planung.
- Probenahme und Labor-Untersuchungen: Entnahme von Materialproben (z. B. Dämmstoffe, Bodenbeläge, Farben, Dichtstoffe, etc.) und deren Untersuchung auf Asbest, PCB, KMF, Schwermetalle, sonstige chemische Kontaminationen oder andere gefährliche Inhaltsstoffe. Eine wichtige und oft unterschätzte Leistung hierbei ist die Detaillierung der Proben, um Fremdkörper, Sekundärkontaminationen und andere das Labor-Ergebnis verfälschende Beimengungen festzustellen.
- Risikobewertung: Analyse der Gefährdungs-Potenziale für Mitarbeitende, Anwohner und Umwelt. Erste Einschätzung, ob die Schad- bzw. Gefahrstoffsituation im Rahmen des üblichen Abbruchmanagements beherrschbar ist oder ob weitergehende Fachplanungs-Leistungen z.B. für eine vorgezogenen Sanierung erforderlich werden.
- Berichtswesen und Handlungsempfehlungen: Zusammenstellung der Ergebnisse in verständlicher und verwertbarer Form, Erste Hinweise auf notwendige Sicherheits-Maßnahmen, Sicherheits-Anforderungen und mögliche Auswirkungen für die weitere Rückbau-Planung.
Weitere Verknüpfung mit dem Rückbau- oder Abbruch-Management
Die Ergebnisse der Grundlagenermittlung können die Planungen des Rückbau- oder Abbruchmanagements entscheidend beeinflussen, indem sie einen notwendigen Anpassungsbedarf in Technik, Ablauf, Logistik oder Personalqualifikation frühzeitig aufzeigen. Sie stellen sicher, dass die weitere Rückbauplanung auf einer belastbaren Datenbasis erfolgt und Risiken frühzeitig berücksichtigt werden.
Zielsetzung und Nutzen
Die Grundlagen-Ermittlung im Gefahr- und Schadstoff-Management hilft, dass möglichst viele potenziell gefährliche oder schädliche Substanzen schon frühzeitig erkannt, korrekt bewertet und in die Rückbau-Planung integriert werden. Sie minimiert Risiken für Mitarbeitende, Anwohner und Umwelt und ermöglicht dem Abbruchmanagement, präzise Entscheidungen zu treffen. Auf diese Weise wird die Qualität, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz des gesamten Rückbauprozesses nachhaltig erhöht.
