Zu unserer Firmenphilosophie!
Im Zuge der Neugestaltung unserer Homepage war es mir als Gründer, Gestalter und – vielleicht darf ich das so sagen – auch Visionär einer neuen Art von Sicherheitsmanagement im Bauwesen ein besonderes Anliegen, unsere bisherige Firmenphilosophie wieder einmal kritisch zu hinterfragen und bei Bedarf neu zu formulieren.
Warum das für mich so wichtig war? Weil ich es als persönliche Verpflichtung empfinde, die eigenen Werte und Ziele regelmäßig zu überprüfen, gegebenenfalls anzupassen und dann so zu kommunizieren, dass sowohl ich als auch unsere Kunden jederzeit ein klares Bild davon haben, was wir ihnen unter den aktuellen Rahmenbedingungen bieten können.
Rückblickend gehörte die Umsetzung dieses Anspruchs zu den schwierigsten Aufgaben bei der Weiterentwicklung unserer digitalen Visitenkarte – unserer Website. Denn sie, ihr Inhalt und unser Angebot soll den Anforderungen einer sich rasant wandelnden Welt gerecht werden.
Doch was machte dies so herausfordernd? Die klassischen Fragen jeder Unternehmensvorstellung – „Wer sind wir?“ und „Was macht uns aus?“ zu beantworten – sind, wenn man sie ehrlich beantworten möchte, selten leicht. Weder für uns Unternehmer noch für uns Menschen allgemein.
Der Grund liegt darin, dass sich nicht nur die Welt ständig verändert, sondern auch wir uns in immer schnelleren Prozessen anpassen müssen. Oft merken wir dabei gar nicht, wie sehr sich unsere Sichtweisen verschieben. Erst mit etwas Abstand und einer selbstkritischen Betrachtung erkennen wir, dass wir manche unserer früheren Beweggründe heute anders bewerten – und mit der Erfahrung von heute wohl andere Entscheidungen treffen würden. Und das sollte für uns Konsequenzen haben!
Weil die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten immer auch etwas sehr Persönliches ist, stellt sich unweigerlich auch die Frage:
- Wie viel möchte – oder sollte – ich von mir preisgeben?
- Wird der Leser diese Offenheit verstehen und schätzen?
- Kann er mit einer vielleicht gegensätzlichen Meinung respektvoll umgehen?
- Und letztlich: Ist sie für ihn überhaupt relevant – oder für mich?
Fragen, die ich vor 40 Jahren sicher ganz anders beantwortet hätte. Damals glaubte ich noch: „Die Mehrheit weiß, was gut und richtig ist!“
Im Laufe der Jahre lernte ich dann, dass die Welt sehr viel komplexer ist, als wir es uns oft eingestehen wollen und dass es nicht die Mehrheiten, sondern meist die Visionäre, also Minderheiten sind, welche letztendlich meist den Grundstein für notwendige Veränderungen setzen.
Bezogen auf meine berufliche Tätigkeit und mit langjähriger Berufserfahrung bin ich in diesem Zusammenhang – leider anders als viele Kolleginnen und Kollegen – davon überzeugt, dass anspruchsvolle Aufgaben und Projekte nicht überwiegend durch Fachkompetenz oder ausreichende finanzielle Mittel gelingen.
Mindestens genauso wichtig sind gegenseitiges Vertrauen, offene und ehrliche Kommunikation, Respekt sowie die gelebte Bereitschaft aller Beteiligten, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
So einfach sich das formulieren lässt, so schwierig ist es oft in der Realität. Meine Lebenserfahrung hat mir gezeigt, dass die dafür nötigen tieferen Einsichten – die auch eine belastbare innere Haltung entstehen lassen – weder in der Schule noch im Studium wirklich vermittelt werden können. Sie entstehen meist erst durch das Leben selbst: durch prägende, mitunter schmerzhafte Situationen, in denen man sich bewähren und persönlich weiterentwickeln muss.
Solche Gelegenheiten sind in Zeiten scheinbarer Absicherung von allen Seiten (Staat, Familie, Versicherungen, etc.) selten und werden wenn sie auftreten-häufig gemieden.
Viele Menschen hatten es daher vielleicht deutlich schwerer als ich, jene Erfahrungen zu sammeln, aus denen diese Art von Erkenntnissen und Grundhaltungen überhaupt erst erwachsen kann.
Wer sich dafür interessiert, wie solch prägende Erfahrungen und Wendepunkte entstehen können, wie sie in unser Leben eingreifen – uns verändern, ist herzlich eingeladen, an meinem Beispiel zu erfahren, welche ungewöhnlichen Wege das Leben manchmal findet, um uns – und in diesem Fall mich – zu dem Menschen zu formen, der ich heute bin.
Allen anderen empfehle ich, die folgenden Kapitel der Einfachheit halber zu überspringen.
Ein persönlicher Rückblick – und ein Blick nach vorn
Rückblickend auf meinen bisherigen Lebens- und Berufsweg erkenne ich, dass jede Station – ob gewollt oder zunächst zufällig – ein wichtiges Stück meines heutigen Selbst geformt hat. Manche Erfahrungen waren herausfordernd, andere inspirierend, doch alle zusammen haben dazu beigetragen, meine Grund-Haltung zu Sicherheit, Verantwortung und Zusammenarbeit maßgeblich zu prägen.
Sicherheit war und ist für mich nie nur eine Frage von Richtlinien und Technik!
Sie war immer auch eine Frage von Haltung, Menschlichkeit, gegenseitigem Vertrauen und Zusammenarbeit. Gerade dort, wo Menschen unter Druck Entscheidungen treffen müssen, zeigt sich, wie eng Verantwortung und Respekt miteinander verbunden sind.
In den folgenden Kapiteln möchte ich deshalb weniger über bemerkenswerte Zahlen, Projekte oder Erfolge sprechen – sondern über den mühseligen Weg dahin: über die Erfahrungen, Zweifel, Erkenntnisse und Begegnungen, die mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin. Und über die Überzeugung, dass nachhaltige Sicherheit, aber auch gemeinsamer Erfolg nur dort entstehen kann, wo Menschen mitdenken, mittragen und miteinander wachsen dürfen.
Erste prägende Erfahrungen – meine Zeit als Zeitsoldat bei der Bundeswehr
Eine meiner wichtigsten prägenden Erfahrungen sammelte ich bereits in jungen Jahren – als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Für viele Abiturienten der 1980er Jahre war der Dienst bei der Bundeswehr damals selbstverständlich, eingebettet in die Logik des Kalten Krieges. Auch für mich erschien er zunächst als sinnvolle Zwischenstation: ein Beitrag zur Landesverteidigung – und die Möglichkeit, etwas Startkapital für das geplante Studium zu verdienen.
Diese vermeintlich gute Gelegenheit entpuppte sich jedoch bald als ernüchternde Erfahrung. So sehr ich auch das übergeordnete positive Ziel – junge Menschen zu verantwortungsbewussten Bürgern in Uniform zu machen – nachvollziehen konnte, so sehr irritierte mich die Art und Weise, wie dieses Ziel oft umgesetzt wurde. Fachliche und menschliche Inkompetenz, überzogen autoritäre Strukturen und ein Mangel an Verständnis für die menschlichen Bedürfnisse der Rekruten führten vielerorts zu Frust, Demotivation und Vertrauensverlust.
Ich begriff damals, was passiert, wenn Respekt, Anerkennung und Wertschätzung als Grundlage für Zusammenhalt und Leistungsbereitschaft fehlen. Dieser Eindruck prägte mich nachhaltig.
Aus innerer Überzeugung stellte ich mich gegen solche Formen der Menschenführung, die Würde und Individualität missachteten – was mir anfangs erhebliche Schwierigkeiten einbrachte. Doch zu meinem Glück begegnete ich auch Vorgesetzten, die ähnlich dachten und versuchten, innerhalb ihrer Möglichkeiten Veränderung anzustoßen. So kam ich meist mit einem blauen Auge, aber um viele Erfahrungen reicher, aus kritischen Situationen heraus.
Nach etwa neun Monaten wurde ich, für mich überraschend dem zuständigen Kommandeur als möglicher Nachwuchsoffizier mit großem Potential vorgestellt und kurz danach ebenfalls überraschend ohne eigenen Antrag in die Offizierslaufbahn übernommen. Ein Ziel, dass ich nie für mich im Auge hatte und dem ich mich zunächst auch widersetzte. Überraschender Weise erfuhr ich dafür einen breiten Zuspruch für diesen Weg aus allen Bereichen, angefangen von meinen Kameraden bis zu Vorgesetzten aus allen Dienstgradgruppen, die überzeugt waren, dass mein positives Denken, mein konstruktives und respektvolles Verhalten als Vorbild einen aktiven Beitrag zu den dringend notwendigen Veränderungen leisten könnte.
Rückblickend führte mich dieser Schritt dazu fast zehn Jahren meines Lebens für die Bundeswehr zu investieren – eine Phase, in der ich vieles über Führung, Verantwortung und menschliches Verhalten lernen durfte. Kurz vor der Beförderung zum Major entschied ich mich dennoch, diesen Abschnitt endgültig zu beenden. Mir fehlte trotz aller Erfolge die für eine dauerhafte militärische Laufbahn notwendige Leidenschaft, und ich wollte deshalb neue Wege gehen.
Heute blicke ich auf diese Zeit mit Dankbarkeit zurück. Sie hat mich gelehrt, wie Menschen in Extremsituationen reagieren, was echte Führung bedeutet und welche Verantwortung man trägt, um höchstmögliche Sicherheit in schwierigsten Situationen zu gewährleisten.
Meine wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit:
- Wirkungsvolle Führung entsteht, wenn man Menschen wirklich wahrnimmt – ihre Unterschiede, Bedürfnisse und Potenziale erkennt, achtet und gezielt fördert.
- Führung bedeutet nicht Beliebigkeit, sondern situatives Handeln: kooperativ, wo es möglich ist – entschlossen und klar, wo es notwendig ist.
- Sicherheit zu schaffen heißt, tief in das Leben anderer Menschen einzugreifen. Daraus erwächst ein hoher moralischer Anspruch: solches Handeln muss überlegt, verantwortungsvoll und möglichst schonend erfolgen.
Der Übergang in die zivile Sicherheitsbranche
Nach meinem Ausstieg aus der Bundeswehr wurde mir schnell bewusst, dass die Herausforderungen, die ich dort erlebt hatte – fehlende Kommunikation, mangelnde Wertschätzung, unklare Verantwortlichkeiten – auch im zivilen Umfeld weit verbreitet waren. Oft gefährdeten gerade diese Themen Sicherheit, Zusammenarbeit und letztlich den Erfolg von Projekten.
Diese Erkenntnis motivierte mich, meine ursprünglichen Studienpläne vorerst zurückzustellen und mich stattdessen in der zivilen Sicherheitsbranche weiterzubilden. Ich suchte nach Wegen, wie sich Sicherheit und Menschlichkeit besser miteinander verbinden lassen – durch klare Strukturen, verlässliche Abläufe und respektvolle Führung.
Mein Schwerpunkt lag dabei bewusst auf praxisnahen Ausbildungen. Ich absolvierte Ausbildungen zum Sicherheitsmeister und Fachkraft für Arbeitssicherheit, zum Brandschutzbeauftragten und viele andere.
Anschließend arbeitete ich viele Jahre in leitenden Positionen – als Bereichsleiter und Leiter Betriebssicherheit in großen Unternehmen. In dieser Zeit konnte ich mein Verständnis von Sicherheit als „gelebtes Miteinander“ vertiefen und konkrete Wege finden, Werte wie Verantwortung, Offenheit und Vertrauen in operative Abläufe zu übersetzen.
Die Gründung der RIMAN GmbH
Als 1998 die Baustellenverordnung in Kraft trat, erkannte ich darin eine richtungsweisende Entwicklung – und zugleich eine persönliche Chance:
Die Möglichkeit, mich selbständig zu machen und in einem der anspruchsvollsten und verantwortungsvollsten Arbeitsfelder der Sicherheit tätig zu werden – im Baubereich, einem Umfeld mit hohen Risiken und Unfallzahlen, in dem ich spürte, dass ich wirklich etwas bewegen konnte.
Aus dieser Überzeugung heraus gründete ich im selben Jahr die RIMAN GmbH.
Besondere Herausforderungen im Baubereich
Als erster oder zumindest einer der ersten Dienstleister für Sicherheitskoordination nach Baustellenverordnung im Landkreis Rosenheim übernahm ich die Aufgabe, die neuen Vorgaben in die täglichen Abläufe der betreuten Bauunternehmen zu integrieren.
Schon bei Neubauten erwies sich das als schwierig – zu gering war vielerorts das Verständnis für systematische Sicherheitsarbeit.
Bei Rückbau-Maßnahmen wurde die Situation noch komplexer: Hier ging es anfangs oft nur darum, das Schlimmste für Mensch und Umwelt zu verhindern. Sehr schnell wurde mir klar, dass im Baubereich – insbesondere im Rückbau – Theorie und Praxis weit auseinanderlagen. Das galt nicht nur für Sicherheitsfragen, sondern ebenso für Kostenplanung, Zeitrahmen und Rechtsvorgaben.
Viele der damals vorgesehenen Schutzmaßnahmen blieben rein theoretisch, die tatsächlichen Risiken für die Beschäftigten hoch, und die Folgen für Projektbeteiligte gravierend: Kostenexplosionen, Verzögerungen und rechtliche Unsicherheiten.
Für mich als Sicherheitskoordinator stand fest: Mit den herkömmlichen Mitteln der Baustellenverordnung allein ließ sich diese Situation nicht entscheidend verbessern. Es brauchte neue Wege, ein anderes Denken – und die Bereitschaft, Sicherheit nicht als Vorschrift, sondern als gemeinsame Verantwortung zu begreifen.
Erste Analysen und Lösungsansätze
Auch diesmal war ich bereit, mich der Herausforderung zu stellen. Doch die entscheidende Frage lautete: Wie beginne ich?
Zunächst analysierte ich die bestehenden Probleme gründlich und suchte das Gespräch mit Architekten, Ingenieuren und Vertretern der zuständigen Behörden. Immer wieder hörte ich ähnliche Aussagen: Bei komplexeren Projekten, wie Rückbau-Maßnahmen seien „einzelne“ Verluste wie Unfälle, Schäden oder Sicherheits-Mängel „normal“, schlicht nicht vollständig zu vermeiden. Oft wurde die Verantwortung bei Einzelnen gesucht – bei Fachleuten, die ihre Aufgaben angeblich nicht korrekt erfüllt hätten.
Sicher, solche Fälle gibt es, doch meine Lebenserfahrung lehrte mich:
Wirklich komplexe Abläufe funktionieren nur dann zuverlässig, wenn sie als durchdachtes Gesamtsystem geplant, kompetent geführt und praxisnah umgesetzt werden. Oder, um es mit einem alten Sprichwort zu sagen: Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Besonders im Rückbau komplexer Gebäude und Anlagen – mit ihren Gefahrstoffen, Altlasten, statischen und infrastrukturellen Herausforderungen, meist durchgeführt unter hohem Zeitdruck, mit fehlendem ausreichend qualifizierten Personal und eingeengt durch oft schwer handhabbare Vorschriften – wird dieses Prinzip unmittelbar sichtbar.
Für mich lag die Lösung deshalb klar auf der Hand: Es brauchte ein schnittstellenübergreifendes Rückbau-Management, das die einzelnen Disziplinen miteinander verzahnt und alle Beteiligten in einem abgestimmten Gesamtkonzept zusammenführt.
Fachkompetenz und die Suche nach Experten
Um die fehlenden Kompetenzen innerhalb der Planerteams auszugleichen, suchte ich gezielt nach externen Fachleuten oder nach Partnern für eine gemeinsame Zusammenarbeit. Doch die Suche erwies sich als schwierig – und zeigte sehr deutlich, wo die Grenzen klassischer Fachdisziplinen im Rückbau lagen:
- Bauingenieure verstehen moderne Bauweisen, jedoch nur wenige wissen im Detail, wie und womit in früheren Jahrzehnten gebaut wurde und welche Probleme die Baustoffe selbst oder die Verbauungs-Art mit sich bringen. Dies führt häufig zu Fehleinschätzungen über Aufwand und Sicherheitsbedarf.
- Statiker sind auf alte Baupläne und Berechnungen angewiesen, die nach 30 bis 40 Jahren meist nicht mehr existieren oder durch Umbauten verändert wurden. Dies führt zu Annahmen, die fast zwangsläufig zu hohen Sicherheitszuschlagen führen, die für den Abbruchprozess nur bedingt geeignet sind.
- Geologen, welche häufig versuchen in Gutachten über ihr Hauptgebiet die Altlastensanierung hinaus, notwendige Informationen über gebäuderelevante Gefahr- oder Schadstoffe zur Verfügung zu stellen, verfügen über fundierte Kenntnisse in der Beprobung von Stoffen, sind in vielen Fällen jedoch nicht ausreichend in Themen, wie gebäuderelevante Gefahr- oder Schadstoffe sowie deren Rückbau und Sanierung ausgebildet. Das führt dazu, dass oft unnötige Untersuchungen stattfinden oder wichtige Untersuchungsdetails fehlen.
- Sicherheitsingenieure und -meister kennen die Sicherheits-Vorschriften im Detail, haben aber selten den umfassenden Überblick über alle rückbau-relevanten Aspekte.
Hinzu kam ein weiterer, sehr praktischer Punkt: Nur wenige dieser Fachkräfte waren bereit, in kontaminierten oder „schwarzen“ Arbeitsbereichen – etwa mit Asbest, KMF, PCB oder PAK – intensiv tätig zu werden. Das Arbeiten in gefährlichen Arbeitsbereichen, engen Schächten, auf Halden oder in durchnässten Gruben entsprach verständlicherweise nicht ihren beruflichen Erwartungen.
So zeigte sich bald: Das Angebot an Fachingenieuren oder -meistern mit echter Rückbau-Expertise – also mit vernetztem Wissen über
- Gefahr- und Schadstoffe,
- Altlasten,
- komplexe statische Herausforderungen,
- sicherheitsrelevante Arbeitsbedingungen und
- den rechtskonformen Umgang mit oft wenig praxisgerechte rechtliche Vorgaben –
war (und ist) äußerst begrenzt.
Diese Erkenntnis bestätigte mich einmal mehr in meiner Überzeugung, dass nachhaltige Sicherheit im Bau- und Rückbauwesen nur durch interdisziplinäre Ansätze oder eng vernetzte Zusammenarbeit entstehen kann.
Kompetenzaufbau und heutige Umsetzung
Anfangs war ich noch optimistisch, dass neue gesetzliche Vorgaben, praxisgerechte Hilfsmittel und spezialisierte Weiterbildungen die bestehenden Lücken im Markt bald schließen würden. Da dies jedoch nur schleppend voran ging, entschied ich mich, mir die fehlenden Kompetenzen selbst zu erarbeiten – zunächst als Übergangslösung gedacht.
Über Monate und Jahre absolvierte ich zahlreiche Zusatzausbildungen (z.B. als Sanierungsfachkraft, Entsorgungsfachkraft, etc.), um ein weitgehend autarkes, qualifiziertes und interdisziplinäres Rückbau-Management anbieten zu können. Dieses Vorhaben gelang besser als erwartet: Nach und nach war ich in der Lage, auch sehr komplexe Rückbauprojekte sicher, effizient und nachhaltig zu betreuen.
Mein besonderer Dank gilt den vielen engagierten Ansprechpartnern in den Behörden – insbesondere in den Gewerbeaufsichtsämtern, Wasserwirtschaftsämtern und Berufsgenossenschaften –, die mich auf meinem Weg mit Rat und Tat unterstützten und damit, sicherlich auch im eigenen Interesse, wesentlich dazu beitrugen, diese Entwicklungsphase erfolgreich zu gestalten.
Leider blieb die erhoffte strukturelle Weiterentwicklung des Marktes und der fachlich Betroffenen zumindest nach meiner Wahrnehmung bis heute aus. Weder haben sich neue in diesen Bereichen ausreichend qualifizierte Berufsprofile etabliert, noch gibt es bisher ein Bau-Studium mit interdisziplinärem Schwerpunkt im Rückbauwesen.
Unsere Philosophie heute
Heute vereint die RIMAN GmbH das Wissen und die Erfahrung vieler Jahre unter einem gemeinsamen Leitbild:
- Höchste Sicherheitsstandards
- Interdisziplinäre Fachkompetenz
- Hohe Wirtschaftlichkeit durch die maximale Nutzung von Synergy-Effekten
- Mediation und lösungsorientiertes Konfliktmanagement in einem stark konfliktanfälligen Umfeld
Unsere Philosophie beruht dabei auf drei Grundsätzen:
- Menschen und Umwelt zu schützen.
- Rückbauprozesse praxisnah, sicher und effizient zu gestalten.
- Konflikte frühzeitig zu erkennen und konstruktiv zu lösen.
Diese Werte prägen unser tägliches Handeln. Sie machen die RIMAN GmbH zu einem vertrauensvollen Partner für Bauherren, Planer und Behörden – besonders dann, wenn es um komplexe Rückbau- und Sicherheitsprojekte geht, bei denen technisches Wissen, Erfahrung und menschliches Verständnis gleichermaßen neben Wirtschaftlichkeit gefragt sind.
Ein Blick in die Zukunft
Nach über vier Jahrzehnten Erfahrung mit unterschiedlichen Führungsstilen und Arbeitskulturen ziehe ich für mich eine gemischte Bilanz: Vieles hat sich verändert – nicht alles davon zum Besseren!
Autoritäre Strukturen sind in vielen Bereichen kooperativen Führungsformen gewichen, und das ist ein großer Fortschritt. So haben sich die Möglichkeiten für persönliche Entfaltung, Eigeninitiative und kreative Verantwortung deutlich erweitert – für Mitarbeiter, Führungskräfte und Menschen allgemein.
Gleichzeitig jedoch beobachte ich eine zunehmende staatliche Bürokratisierung.
Ein meist wohlmeinender, aber insgesamt überregulierender Staat entzieht den Menschen zunehmend den Überblick darüber, was erlaubt ist und was nicht – und damit auch den Freiraum, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und aus Erfahrungen zu lernen.
Diese Entwicklung überfordert viele und erzeugt neue Spannungen, Unsicherheiten und Konflikte.
Ich hoffe, dass wir künftig wieder stärker zu einem Gleichgewicht finden – zu einem Staat, der klare Rahmen setzt, aber den Menschen den Raum lässt, in diesem Rahmen eigenständig zu denken, zu handeln und zu wachsen.
Denn nur dort, wo Verantwortung freiwillig übernommen wird und Vertrauen das Handeln leitet, können die Chancen moderner, kooperativer Führungsansätze wirklich zur Entfaltung kommen.
Jürgen H. Fischer
Geschäftsführer
RIMAN GmbH
